Costa Rica – Corcovado Nationalpark
Puerto Jimenez
Puerto Jimenez ist die größte Stadt auf der Osa Penínsuela an der südlichen Pazifikküste von Costa Rica und der Hauptausgangspunkt für Touren in den Corcovado Nationalpark. Die Stadt liegt ebenfalls wie Golfito direkt am Golf, der mit unterschiedlichen Angeboten der hiesigen Agenturen erkundet werden kann. Innerhalb der Stadt gibt es zudem einen öffentlichen Bereich mit Mangroven, wo man mit Glück Krokodile sehen kann, sowie rund um die Stadt ein paar nette Strände.
Ich selber erreiche die Stadt am Mittag per Bus und springe anschließend auf dem Weg zu meinem Hostel kurz beim Büro meines Touranbieters „Osa Wild“ rein, um mir alle wichtigen Informationen für den zweitägigen Ausflug in den Regenwald zu besorgen.
Nach dem Check-In im Hostel mache ich mich auf zu den Krokodilen (sehe dort aber leider „nur“ ein paar Affen), entspanne etwas am Strand (wo ich ziemlich übel von Sandflies erwischt werde), besorge noch Proviant für meine Tour und gehe anschließend lecker Italienisch essen.

Corcovado Nationalpark
Der Corcovado Nationalpark erstreckt sich über eine Fläche von 42.000 Hektar und damit einen Großteil der Ostküste der Osa Penínsuela. Er besteht aus primär sowie sekundär Regenwald (der Unterschied liegt vor allem im Alter und damit auch der Höhe der dort befindlichen Bäume, was wiederum zu unterschiedlicher Flora und Fauna sowie teils auch Tierwelt führt), mehreren Flüssen, einem großen See, einem geschützten Teil des Ozeans und beherbergt schätzungsweise fast 2,5% der weltweiten Biodiversität!
Innerhalb und rund um den Park gibt es mehrere Rangerstationen, wovon La Leona im Süden, San Pedrillo im Norden, Los Patos im Westen und Sirena „in der Mitte“, die wichtigsten Stationen darstellen. Den Park, der glücklicherweise sehr gut geschützt wird, kann man nur auf geführten Tagestouren rund um La Leona und San Pedrillo (von Drake Bay aus) sowie auf geführten Mehrtagestouren mit Übernachtung in Sirena mit anschließender „Ausreise“ per Boot nach Drake Bay oder per Wanderung (wohl sehr anstrengend und je nach Wetterlage nur begehbar) nach Los Patos erkunden. Ich entscheide mich für die Variante mit Übernachtung in der Station Sirena und „Ausreise“ per Boot nach Drake Bay.

So muss ich am nächsten Morgen schon um 5 Uhr am Treffpunkt für die Tour in der Stadt sein. Praktischerweise ist dies eine Bäckerei, sodass man sich nochmal mit frischen Snacks versorgen kann. Dort treffe ich erstmals auf meinen Guide Rinaldo, der sich als wahrer Glücksfall herausstellen wird, und meine anderen drei Mitstreiter, ein Pärchen aus Frankreich und eine Alleinreisende aus Holland. Sobald alle startklar sind, fahren wir mit dem Auto Richtung Carate. Die Autofahrt wird dabei schon für erste erfolgreiche Tierbeobachtungen genutzt.


Von Carate aus wandern wir dann zunächst zur Rangerstation La Leona, dem offiziellen Eingang zum Nationalpark, und anschließend zur Rangerstation Sirena weiter. Der Weg ist gute 20km lang, die meiste Zeit flach und im Schatten des Waldes. Jedoch gilt es auch ein paar sehr anstrengende Passagen entlang des Strandes zu absolvieren und ein paar Flüsse zu überqueren, wobei unser Guide auf die Gezeiten achten muss, da manche Stellen bei Flut nicht ohne weiteres passiert werden können.
Entlang des gesamten Weges entdeckt unser Guide immer wieder unterschiedlichste Tiere und Pflanzen, die wir entweder hautnah erleben oder mit Hilfe seines Monokulars beobachten und fotografieren können. Es ist erstaunlich wieviel unser Guide über all die Tiere und Pflanzen weiß und mit was für einem geschickten Auge er auch die noch so gut versteckten Tiere entdeckt.







Kurz vor dem Sonnenuntergang gegen 18 Uhr erreichen wir schließlich die erstaunlich wohnliche Rangerstation Sirena. Nach dem Abendessen geht es vollkommen erschöpft direkt ins Bett, da wir uns schon für 4:30 Uhr am nächsten Morgen für eine erste Wanderung bei Dunkelheit im umliegenden Regenwald verabreden. Die Geräuschkulisse während der Nacht, inklusive eines Vogels, der sich wie ein in Not befindliches Mädchen anhört, und uns einen gehörigen Schrecken einjagt, ist unbeschreiblich.
Die „Nachtwanderung“ offenbart dann am nächsten Morgen noch das ein oder andere sehr interessante Tier. Mein Favorit ist dabei ein Käfer, der über einem Flugzeug ähnliche Lichter beim Fliegen verfügt sowie schon etwas später bei Dämmerung ein Krokodil, dass uns zeitweise gefährlich nahekommt.




Zurück in der Rangerstation gibt es zunächst Frühstück bevor wir erneut auf eine kleine Wanderung entlang einem der Pfade rund um die Rangerstation aufbrechen. Dabei halten wir uns vor allem im primären Regenwald auf, bestaunen teils riesige Bäume und machen die ein oder andere interessante Entdeckung.




Gegen 11 Uhr machen wir uns dann auf zum Strand, wo uns das Boot für unsere „Ausreise“ erwartet. Vom Boot aus genießen wir eine herrlichen Aussicht auf den Nationalpark und erreichen nach etwa 1,5 Stunden das ziemlich abgelegene Drake Bay.
Drake Bay
Drake Bay, ein ehemaliger Unterschlupf des „Freibeuters“ Sir Francis Drake, ist ein abgelegner und sehr kleiner Ort am nördlichen Rand des Nationalparks mit einigen Unterkünften und netten Stränden. Der Ort dient als Ausgangs- oder Zielort für Touren in den Corcovado Nationalpark oder auch vielen Tauchern und Schnorchelfans für Ausflüge zu der unter Naturschutz stehenden Caño Island, die sich etwa 50 Minuten von Drake Bay entfernt in Meer befindet.
Auch ich nutze die Gelegenheit und starte am Tag nach unserer Rückkehr aus dem Nationalpark (abends essen wir hervorragend mit der Tourgruppe im Restaurant Carlo‘s) morgens gegen 7 auf eine Schnorcheltour (leider gibt es wieder Probleme mit meinem CMAS-Tauchschein, sodass ich nicht tauchen gehen kann).
Auf der Überfahrt zur Insel begleiten uns für eine gewisse Zeit lang ein paar Delfine.
Während des anschließenden ersten Schnorchelgangs (bei leider sehr unruhiger See) sehen wir eine Vielzahl sehr großer Rochen (umwerfend schöne Tiere!), drei Schildkröten (einfach faszinierend schnell im Wasser) und neben unterschiedlichen Fischen (teils in großen Schwärmen) ein paar Haie. Also trotz der nicht gerade schwachen Strömung und teils fiesen Wellen absolut lohnenswert.
Nach einer kurzen Pause am Strand der Insel geht es dann auf zum zweiten Spot. Dafür fahren wir ein gutes Stück von der Insel Richtung Norden weg. Leider stellt sich die Spotwahl für uns Schnorchel-Leute als nicht so ideal heraus, da die Strömung extrem stark ist (echt nichts für ungeübte Schwimmer und Schnorchler), das Riff recht tief liegt und man dieses aufgrund der Strömung recht leicht verlieren kann. Immerhin sehen wir ein paar Haie und Schwärme vieler unterschiedlicher großer Fische.
Aufgrund der starken Strömung gehe ich ohne die Action-Cam ins Wasser, sodass ihr diesmal eure Vorstellungskraft für Bilder benutzen müsst ;).
Nach der Schnorchel-Tour und einem im Preis enthaltenen Mittagessen fahre ich dann mit dem Taxi-Boot von Drake Bay aus nach Sierpe. Die Strecke führt zunächst an der Küste entlang (dabei wir man vor allem auf der der Wellen zugewandten Seite richtig nass an Board), wonach man anschließend in eins der größten Mangrovengebiete Mittel- und Südamerikas einbiegt.
Jacó
Von Sierpe aus mache ich mich dann weiter auf den Weg Richtung Norden und erreiche am Abend Jacó, von wo aus ich am nächsten Tag per Speedboot und Shuttleservice bequem zu meinem nächsten Ziel Santa Teresa weiterreise.
Obwohl ich nur spät abends ankomme und eigentlich auch direkt schlafen gehe, bekomme ich trotzdem einen Eindruck von dem wofür die Stadt gemeinhin bekannt ist: Tourismus und Parties. So treffe ich eine Vielzahl von Feiernden die sich für den St. Patrick‘s Day verkleidet haben.
Fazit
Für mich war der Besuch des Nationalparks mit unserem genialen Guide und den zahlreichen Entdeckungen eines der Highlights meines Trips bisher. Kaum anderswo hat man die Chance ähnlich viele exotische Tiere in einer derart unberührten und wunderschönen Natur so hautnah erleben zu dürfen. Ein absolutes Muss für jede Costa Rica Reise!
Tipps
- Auch wenn es beim Backpacking nervt, sollte man sich rechtzeitig um einen Platz auf einer Tour in den Nationalpark bemühen. Dies gilt vor allem aufgrund der begrenzten Kapazitäten für die sehr empfehlenswerten Touren mit Übernachtung (ich weiß, die Touren sind kein günstiges Unterfangen aber lohnen sich sehr!) in der Rangerstation La Sirena.
- Wenn es irgendwie möglich sein sollte, kann ich euch nur wärmstens empfehlen eine Tour mit Rinaldo als euren Guide zu buchen !
- Mehrfach wurde mir empfohlen nach dem Besuch des Corcovado Nationalparks nicht auch noch den Manuel Antontio Nationalpark zu besuchen… da wohl die Gefahr besteht, von ebendiesem im Vergleich enttäuscht zu werden.
- Für die Ausreise aus Drake Bay solltet ihr wenn möglich das Taxi-Boot nach Sierpe wählen (es gibt ohnehin kaum Alternativen) um gleich auch das Mangrovensystem sehen zu können.
- Falls ihr rund um die Caño Island Schnorcheln wollt, empfehle ich euch nach Möglichkeit die Wahl einer reine Schnorcheltour ohne Taucher an Board, sodass die Spotwahl nicht nach Ihnen gerichtet wird.
Anreise
Wie oben kurz beschrieben eignen sich sowohl Drake Bay als auch Puerto Jimenez bestens als Ausgangspunkte für Touren in den Nationalpark. Das Angebot für eben diese Touren ist aber definitiv in Puerto Jiminez größer und die Stadt ist leichter als Drake Bay per Bus über Rio Claro zu erreichen.
Von Drake Bay gelange ist zunächst per Taxi-Boot und anschließend per Taxi nach Palmar Norte um dort dann mit dem Bus in Richtung San José (wichtig die Strecke entlang der Küste nicht durch die Berge) nach Jacó aufzubrechen.
Unterkunft
Puerto Jimenez
In Puerto Jimenez verbrachte ich eine Nacht im Corcovado Wild Hostel. Das Hostel ist in einem typischen Wohnhaus beherbergt und das Personal sehr freundlich. Allerdings liegt das Hostel etwas versteckt.
Corcovado Nationalpark
Die Übernachtung innerhalb des Corcovado Nationalparks erfolgt in der Ranger Station Sirena. Die Station ist erstaunlich gut für die Übernachtungsgäste eingerichtet und das Essen wird zumeist als Buffet serviert, sodass für jeden etwas dabei ist. Geschlafen wird in Hochbetten mit Moskitonetzen und bei bester Dschungel-Geräusch-Kulisse.
Drake Bay
Für eine Übernachtung verweilte ich in Martina‘s Place (eine Deutsche Auswanderin aus der Region Kleve). Der Dorm war recht eng für 8 Leute. Die Lage in unmittelbarer Nähe des Strandes hingegen sehr gut und das Personal sehr hilfsbereit.
Jacó
Isas hieß meine Unterkunft für eine Nacht in Jacó. Das Hostel ist noch sehr neu, die Räume gut eingerichtet (manche Räume inkl. Klimaanlage) und die Lage ebenfalls gut. Leider gab es bei der Abrechnung in Bezug auf die Anzahlung über hostelworld ein paar Probleme.
Aufenthalt: 14.03.2018 – 17.03.2018
Sind hin-und hergerissen von deinen zoologischen Erlebnissen. Besonders restpecktvoll haben wir die Aufnahme
vom Skorpion betrochtet.. Aber auch sonst ist Alles sehr geeindrukend. Mach weiter so. Deine Oldis
Freut mich wirklic sehr, dass ihr meinen Blog so eifrig verfolgt! Der Skorpion hat mir im ersten Moment, beim Öffnen der Badtür schon nen Schrecken eingejagt. Die anschließend Jagd war aber ziemlich lustig 😉
Nächste Woche geht es übrigens hoch hinaus… knappe 4000 Meter warten auf uns!