Mexiko – Tulum

Tulum

Mein zweiter Stopp in meinem mittlerweile zehnten Land auf dieser Reise ist die Stadt Tulum. Tulum begrenzt die Riveria Maya im Südwesten und ist neben Cancun und Playa del Carmen der dritte Hotspot (viele Amerikaner) an der Karibikküste Mexikos. So ist die Stadt nicht nur für ihren schönen Strand (zugegebenermaßen wohl eher zu Zeiten ohne tonnenweise Seegras), der etwas außerhalb der Stadt liegt und nur noch wenige öffentliche Bereiche hat, sondern auch für die, die Stadt umgebenden zahlreichen Cenoten und die direkt am Strand befindlichen Ruinen einer ehemaligen Siedlung der Maya bekannt.

Leider mit tonnenweise Seegras

Kite-Surfing

Meine ersten beiden Tage in Tulum verbringe ich auch für mich etwas überraschend mit einem Versuch Kite-Surfing zu lernen, denn eigentlich wollte ich gerne Windsurfen lernen, was allerdings die Wind- und Wellenbedingungen nicht zulassen. Für diejenigen unter euch, die wie ich selber, des Öfteren die verschiedenen Surfarten durcheinander bringen: beim Kite-Surfen bedient sich der Surfende zur Fortbewegung über dem Wasser bis hin zu meterhohen Sprüngen einer Art großem Drachen (Kite). Entsprechend benötigt man fürs Kite-Surfen recht starke und vor allem idealerweise gleichmäßige Winde auf die man gut und gerne manchmal auch vergeblich stundenlang wartet. Ich sammele beide Erfahrungen auf Anhieb an beiden der für meinen Unterricht vorgesehenen Tagen.

So warte ich am ersten Tag stundenlang auf den passenden Wind bis es dann gegen Mittag endlich losgehen kann. Mir selbst macht der Umgang mit dem Kite in Erinnerung an frühere Zeiten regelmäßigen Drachensteigenlassens, den ich in den ersten drei Unterrichtsstunden lerne, auf Anhieb viel Spaß und zum Glück keine allzu großen Schwierigkeiten. Die nächste Stufe des Lehrplans, das Fortbewegen mit Kite aber ohne Board im Wasser ist bei kräftigen Wellen definitiv kein Zuckerschlecken, aber es ist eine imposante Erfahrung, die Kraft des Windes unmittelbar am Körper zu spüren.

Am zweiten Unterrichtstag sieht es zunächst alles nach passendem Wetter für die nächsten Einheiten (Üben vom bisher gelernten, Kitestarten im Wasser und erste Versuche mit Board) aus… doch leider zieht sodann ein Gewitter auf, was uns am Unterricht hindert. Nach dem das Gewitter endlich von danen gezogen ist, herrschen leider keine guten und passenden Winde mehr. So bleibt es leider bei dem Gelernten aus nur drei Stunden, was ich aber bei Gelegenheit gerne einmal weiter vertiefen wollen würde.

Cenote Diving

Am dritten Tag findet das Highlight meines Aufenthalts in Tulum statt: ich gehe in einer der zahlreichen Cenoten tauchen (Dos Ojos; $130).
Cenoten sind im Prinzip zumeist mit Frischwasser gefüllte Erdöffnungen (große Löcher oder muschelförmig Öffnungen), die durch den Einsturz von Kalkstein gebildet wurden und vermehrt auf der Yucatan-Halbinsel vorkommen.

Meine beiden Tauchgänge in der Cenote Dos Ojos führen mich und drei weitere Taucher als nicht ausgebildete Höhlentaucher sowie unseren sehr kompetenten Guide durch den sogenannten Cavernen-Bereich, der sich in etwa 60 Metern Umkreis rund um die Öffnungen zum Tageslicht befindet. Auch innerhalb dieses Bereichs befindet sich bereits eine Decke über uns – ein sehr ungewöhnliches und anfangs etwas beängstigendes Gefühl – und wir folgen strikt einer Führungsschnurr um nicht unnötige in Gefahr zu geraten.

Während des Tauchgangs bewundern wir die tollen Gesteinsformationen und schönen Lichteffekte, die durch teilweise eintretendes Tageslicht erzeugt werden. Zudem genießen wir einfach diese völlig andere Art von Taucherfahrung im Vergleich zum Tauchen im Meer.

~ Bilder vom Tauchgang sind noch in Bearbeitung ~

Noch am selben Abend überrasche ich dann meinen dritten Besuch auf meiner Reise aus der Heimat mit zwei gekühlten Bierdosen im Hostel. Diesmal handelt es sich um meine beste Freundin Janina, die mich für die nächsten voraussichtlich gar fünf Wochen durch Mexiko und die USA begleiten wird.

Ruinen

Nach einem gemütlichen Frühstück im Hostel und reichlich Gequasel, fahren wir sodann mit vom Hostel geliehenen Fahrrädern zu den Ruinen direkt am Strand im Norden der Stadt. Diese unmittelbare Nähe zum Meer stellt dabei die Besonderheit dieser Ruinen dar.

Der Haupttempel innerhalb der Ruinen
Unmittelbar am Meer gelegen, war Tulum ein wichtiger Hafen fuer den Handel

Anschließend verbringen wir ein paar Stündchen am nahegliegenen öffentlichen Strand (mit unserem guten alten Freund: Seegras) und machen uns rechtzeitig für unseren nächsten Programmpunkt – einen Kochkurs – auf den Weg zurück in die Stadt.

Kochkurs

Hauptthema dieses Kochkurses ist diesmal selbstverständlich die mexikanische Küche. So bereiten wir zusammen mit den beiden Schwestern Lina und Miriam während des gut dreistündigen Kurses eine Vorspeise (Shrimp Ceviche mit Mango und Avocado), einen Salat (Ananas-, Avocado- und etwas ähnliches wie Kohlrabi-Salat mit Citrus-Dressing und Kürbiskernen), einen Hauptgang (Schweinefleisch nach Mocochon-Art; geprägt von Orange) und einen Nachtisch (Mini-Tamales mit Ananas und Mango) zu. Das Gekochte wird dann gemeinsam verspeist und wir sitzen noch weitere fast drei Stunden bei ein paar Mezqual und Logik-Rätsel-Herauaforderungen des Bruders der Beiden sehr nett zusammen.

Unser Favorit: die Shrimp-Ceviche
Der ebenso gelungene Salat
Der Hauptgang des Abends mit sehr leckerem Fleisch

Cenoten

Am nächsten Morgen mieten wir uns nach dem Frühstück in der Stadt einen Roller (P300) für den Tag, um ein paar andere der in der Nähe der Stadt befindlichen Cenoten zu erkunden. Auf Empfehlung unterschiedlicher Gesprächspartner fahren wir zunächst zur Cenote Calenta Tankha. Vor Ort befinden sich gleich zwei Cenote: eine kleinere etwas abseits und eine weitere, die unmittelbar am Meer liegt. Trotz des Wellengangs in die Cenote ist das Wasser nicht vollständig salzhaltig. Zudem gibt es einen netten Strandabschnitt und Sitzgelegenheiten (150P).

Die etwas versteckt liegende kleine Cenote
Bei dem natuerlichen Pool im Vordergrund handelt es sich ebenso um eine Cenote mit Frischwasser

Anschließend fahren wir zur sogenanten Casa Cenote. Diese Cenote hat ebenfalls eine unterirdische Verbindung zum Meer, ist von Mangroven umsäumt und beherbergt ein paar Fische sowie – kein Scherz – ein harmloses Krokodil, was uns auch gleich zu Beginn unseres Schnorchelgangs (250P) besuchen kam. Ein sehr aufregendes Gefühl!

~ Bilder der Casa Cenote insbesondere mit dem Krokodil befinden sich noch in Bearbeitung ~

Da es an der Casa Cenote keine wirklichen Sitz- oder Liegemöglichkeiten gibt, springen wir auf unserem Rückweg in die Stadt nochmal in der Calenta Tankha rein, bevor es dann abends nach Valladolid weitergeht.

Fazit

Touristischer als Bacalar, aber mit mehr Möglichkeiten aktiv zu werden, gefällt mir persönlich Tulum sehr gut. Insbesondere die zahlreichen Musiker in der Stadt haben es mir selbstverständlich angetan.

Tipps

  • Im Süden der Stadt gibt es eine wohl empfehlenswerte Lagune.
  • Weitere Cenoten, die mir während meines Aufenthalts in Tulum empfohlen wurden, die ich selber aber nicht besucht habe sind: SAC Aktun, Carwash und Cavelera.
  • Es gibt am Strand zahlreiche Anbieter für Schnorchel-Touren zum nahegelegenen Riff, welches häufig Schildkröten anzieht (inklusive Eiablage ab Juni).

Anreise

Ich selber erreiche Tulum per Mitfahrgelegenheit im Mietwagen eines anderen Backpackers in etwa zwei Stunden aus Bacalar.
Anderenfalls erreicht man Tulum ebenso leicht per Bus aus Richtung Bacalar, Playa de Carmen oder Valladolid. Dabei stehen einem mehrmals täglich unterschiedlichste Preisklassen an Bussen zur Verfügung.
Zudem habe ich in Tulum mehrfach Mini-Busse gesehen, die anscheinend eine Art Shuttle-Service zwischen Playa de Carmen und Tulum anbieten.

Unterkunft

Alle Nächte verbringe ich bzw. wir im Hostel Amorcito Carazon. Das Hostel liegt unmittelbar hinter dem ADO-Terminal und damit sehr zentral. Die Anlage ist schön und sauber. Die Zimmer verfügen über eine Klimaanlage und ein eigenes Bad. Das Hostel bietet zudem ein reichhaltiges Frühstück und zur Abkühlung einen kleinen Pool auf der Dachterrasse. Das Personal ist zudem sehr nett und hilfsbereit. Einziges Manko aus meiner Sicht war die irgendwie recht kühle Atmosphäre und geringe Kontakt zwischen den Hostelgästen.

Aufenthalt: 16.05.201820.05.2018

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2 thoughts on “Mexiko – Tulum”

  1. Es ist immer wieder eine Lese-u..Augenweide deine Berichte zu genießen. Bin immer wieder gespannt auf die Fortsetzungen.

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