Nicaragua – Ometepe
Ometepe
Schon auf der Hinfahrt mit der Fähre nach Ometepe – eine aus zwei Vulkanen bestehende Insel inmitten des größten Sees Nicaraguas dem Lago Nicaragua – verlieben Lüdi und ich uns unmittelbar in diesen schönen Flecken Erde. Die beiden Vulkane (Conception und Maderas) sind einfach zu imposant um auch nur eine Sekunde wegschauen zu können.

So fackeln wir nach unserer Ankunft entsprechend wie so oft auch nicht lange uns direkt auf eine Erkundungstour zu begeben. Diesmal – weil man die Größe und Befahrbarkeit der Insel nicht unterschätzen sollte – leihen wir uns ein Motorrad ($20 pro Tag) und fahren zum Wasserfall San Ramón am Fuße des Vulkans Maderas. Alleine schon die Hinfahrt ist ein Abenteuer für sich: immer wieder überqueren Tiere oder gleich ganze Herden die Fahrbahn, legen wir kurze Pausen ein um bspw. den Einheimischen bei einem Baseball-Spiel zuzuschauen oder nehmen wir die nächsten Steigungen und Schlaglöcher mit unserem Motorrad in Angriff.


Schlussendlich erreichen wir erst nach ein paar Stunden den Eingang zum Wasserfall. Glücklicherweise können wir noch ein gutes Stück des Weges mit unserem Motorrad – wenn auch auf einem abenteuerlich steilen Weg – zurücklegen, bevor wir den Rest zum Wasserfall dann zu Fuß zurücklegen.

Nach dem Aufstieg zum Wasserfall fahren wir zum Punta Jesus Maria ($2), der uns für den Sonnenuntergang und einen tollen Blick auf den Vulkan empfohlen wurde. Dort angekommen stellen wir fest, dass dort zu Ostern ein großes Fest stattfindet, welches leider mit unserer Ankunft endet. Dennoch können wir die Aussicht – den Sonnenuntergang verpassen wir ebenfalls knapp – genießen.


Am nächsten Morgen werden wir bereits um 6.30 Uhr zu unserem nächsten Abenteuer abgeholt: dem Erklimmen des höheren der beiden Vulkane – dem Conception mit gut 1.600 Metern Höhe. Als wir am Startpunkt extra Handschuhe und Wanderstöcke bekommen, fragen wir uns kurz, auf was wir uns da wohl eingelassen haben…
Der Hike beginnt zunächst mit einem flachen Stück, für welches wir etwa eine Dreiviertelstunde benötigen. Anschließend geht es gute 1,5 steil bergauf bis wir einen Aussichtspunkt auf gut 1.000 Metern Höhe erreichen.

Soweit so gut allerdings erwarten uns ab dem Aussichtspunkt bis zum Gipfel des Vulkans noch weitere 600 Höhenmeter, die es mithilfe eines sehr steilen und sehr steinigen Weg zu bewältigen gilt. Ohne unsere Handschuhe und den Wanderstock wären wir auf diesen Stück vor allem bei dem starken Wind schon etwas aufgeschmissen. Nach etwa zwei Stunden Aufstieg erreichen wir voller Stolz die Spitze, die leider wie fast immer in Wolken gehüllt ist.


Allerdings stellen wir schnell fest, dass wir uns über diesen Etappensieg nicht zu früh und sehr freuen sollten, denn schließlich müssen wir ja auch wieder unseren Weg nach unten finden. Insbesondere aufgrund vieler kleiner Steine ist dieses erneut zweistündige Unterfangen doch recht schwierig und ich küsse Minimum dreimal mit meinem Hintern den Boden. Immerhin werden wir während des Abstiegs mit einem tollen Ausblick auf die Insel und den See belohnt.

Nach einer Pause am Aussichtspunkt geht es dann Zurück zum Ausgangspunkt. Der Weg dauert erneut etwa zwei Stunden und ist ebenfalls aufgrund der herrschenden Trockenzeit extrem staubig und trocken.
Am Abend belohnen wir uns für die Anstrengungen des Tages mit einem kühlen Bierchen beim Sonnenuntergang am Hafen.

Bevor wir uns gegen Mittag am nächsten Tag auf den Weg zurück aufs Festland machen, leihen wir uns am Morgen des dritten Tages zwei Roller aus und besuchen noch zwei weitere Stopps auf der Insel.
Zunächst bringen wir einen anderen Hostelgast zu ihrer neuen Unterkunft um anschließend den nahegelegenen Strand Santo Domingo zu testen. Der Strand selbst ist keine besondere Augenweide allerdings ist das Süßwasser des Sees (es leben angeblich Bullsharks in den See) angenehm temperiert und man kann gute 100 Meter in den See hinauslaufen, ohne komplett unter Wasser gehen zu müssen. Von dort aus hat man wiederum einen sehr beeindruckenden Ausblick auf die beiden Vulkane und den Strand.

Im Anschluss an unseren Ausflug zum Strand begeben wir uns zum sogenannten „Ojo de Agua“. Das „Wasserauge“ ist eine wie eine Art öffentliches Schwimmbad angelegte natürliche Süßwasserquelle, die quasi aus dem Boden gespeist wird (hoffe, die Beschreibung ist einigermaßen verständlich). Mit den angeschlossenen Einrichtungen und Restaurant sowie spaßigen Swing hübsch anzusehen und einen Ausflug wert, aber verhältnismäßig teuer ($5).

Anschließend fahren wir zur Scooter-Rückgabe und machen uns auf den Weg zum Festland.
Fazit
Wie einleitend bereits geschrieben, hat uns Ometepe unglaublich gut gefallen und wir wären fast noch ein bisschen länger geblieben. Entsprechend gehört die Insel für mich zu jeder Rundreise durch Nicaragua dazu!
Tipps
- Eine Vulkanbesteigung gehört zu jedem Ometepe-Besuch einfach dazu. Ja, es ist abenteuerlich und kein Zuckerschlecken, aber in normaler physischer Verfassug absolut machbar. Also Respekt ja, aber keine Angst!
- Neben dem Vulkan Conception kann auch der zweite Vulkan der Insel der Vulkan Maderas bestiegen werde. Zwar ist der Vulkan niedriger als Conception aber der Aufstieg nicht weniger anstrengend, da der Weg häufig sehr matschig ist.
- Es ist ein absolutes Muss die Insel auf einem Zweirad oder Quad zu erkunden.
Anreise
Wir reisen von San Juan del Sur per Bus über Rivas ($1) und anschließend per Taxi ($5) zum Fähranleger in San Jorge.
Ebenso kann man von Granada/ Masaya aus über Rivas nach Ometepe gelangen. Andere Fähren verkehren aktuell nicht mehr.
Die Fährfahrt von San Jorge nach Ometepe dauert gut ne Stunde und kostet $2,60. (Achtung: recht ruppige See!)
Unterkunft
Unsere zwei Nächte auf Ometepe verbrachten wir in der Casa Moreno im Hauptort der Insel. Schöne Anlage, aber die Zimmer absolut nichts besonderes sowie keine so wirklich zugängliche Küche.
Aufenthalt: 01.04.2018 – 03.04.2018
Langsam habe ich den Eindruck, daß du meinen bersteigerischen Erfolgen nacheiferst. Nur würde ich vorschlagen,
für solche Touren ein anderes Schuhwerk vorzuziehen. Die Fotos wie immer wieder einfach fantastisch. Schlecht scheint es euch ja in Pukto Verpflegung nicht zu gehen. Euch was das Auffüllen des Flüssigkeitsverlustes betrieft taucht doch
relativ oft der Ausdruck: BIER auf.
Weiterhin viel schöne Erlebnisse wünschen wir zwei.
Hallo Henning, deine Reise ist schon sehr aufregend,,
der Vulkan- Aufstieg sah aber sehr gefährlich aus, sowie die Bootstour,
weiterhin viel Erfolg und passe gut auf..
Helfried und Rita