Belize – San Ignacio & ATM CAVE
San Ignacio
Unser erster Stopp in meinem zugleich bereits beuten Land meiner Reise – Belize – ist die Stadt San Ignacio nicht unweit der Grenze zu Guatemala. Vermutlich der einzige Grund sich in die Stadt zu verirren, sind die Ausflugsmöglichkeiten zu unterschiedlichen Höhlen, die in der Umgebung der Stadt über die Jahre entdeckt wurden. Ansonsten ist die Stadt überschaubar klein, hat eine kurze Fußgängerzone und ganz hübsche Plätze am Fluss. Gutes Essen gibt es bei Erva‘s oder Cenaida‘s sowie in der Panaderia am Ende der Far W St. Ecke Eve St..
ATM Cave – Actun Tunichil Muknal Höhle
Die wohl mit Abstand bekannteste Höhle in der Umgebung von San Ignacio ist die Höhle Actun Tunichil Muknal (oder einfacher ATM Cave). Eine Vielzahl von Agenturen vor Ort bietet Ausflüge in die Höhle an. Teilweise fahren sogar Interessierte von Belize City oder den Inseln vor der Stadt dorthin. Wir entscheiden uns schlussendlich für eine Tour mit Mayawalk (Ganztagestour inklusive Mittagessen für $95 US-Dolar pro Person) und werden nicht enttäuscht.
Bereits um 7.30 treffen wir uns am Büro des Veranstalters innerhalb der Fußgängerzone, erledigen letzte organisatorische Dinge (Bezahlung und Überprüfung der Packliste sowie erneuter Hinweis auf das Kameraverbot in der Höhle) und brechen sodann per Bustransfer in Richtung Höhle auf. Nach etwa eineinhalb Stunden Fahrt erreichen wir einen Parkplatz mit Sanitäreinrichtungen. Von dort aus wandern wir anschließend mit einem Helm und Lampe bewaffnet für etwa 45 Minuten zum Eingang der Höhle. Auf dem Weg gilt es bereits dreimal einen Fluss (teilweise bei mir Brusthöhe; Amalia muss entsprechend schwimmen ;)) zu durchqueren und unser Guide gibt uns erste Informationen über die Höhle und die Umgebung.

Um schließlich in die Höhle zu gelangen müssen wir ein kurzes Stück schwimmen und machen anschließend einen kleinen Bombenwettbewerb. Dann verschwinden wir für die nächsten gut drei Stunden in die Tiefen der Höhle.
Nach etwa einer Stunde Weg, auf dem wir mehrfach uns nur schwimmend fortbewegen können oder klettern müssen, erreichen wir die sogenannte Dry Chamber – eine weitestgehend trockene Ebene innerhalb der Höhle, die die Maya über viele Jahre für spirituelle Rituale in kleinen Gruppen zumeist unter Drogeneinfluss inklusive der Opferung von Menschen an die Götter nutzten. Um diese zu betreten müssen wir zunächst einen Felsen hochklettern und anschließend unsere Schuhe ausziehen; denn das was wir dann zu Gesicht bekommen, sollte noch so lange wie nur irgendwie möglich in diesem Zustand für weitere Besucher erhalten bleiben (und nicht wie es vermutlich in Europa der Fall wäre in ein Museum verlegt werden). So befinden sich über die gesamte Ebene verteilt hunderte Relikte (vor allem Tonkrüge) und mehrere menschliche Überreste vor uns und wir fühlen uns wie kleine Hobby-Archäologen.


Doch nicht nur die Überreste der Maya an diesem für die heiligen Ort rechtfertigen den Besuch der Höhle, sondern auch die Höhle selbst mit ihren wunderschönen und sehr beeindruckenden Gesteinsformationen, die sich über Jahrtausende hinweg dort entwickelt haben.



Nach etwa einer Stunde auf der trockenen Ebene und einer kleine Extrarunde weiter den Fluss entlang tiefer in die Höhle hinein – inklusive einem Teilstück, dass wir in absoluter Dunkelheit zurücklegen – (wir haben Glück, dass unsere Guides die Wartezeit auf eine andere Gruppe dazu nutzen) machen wir uns leider wieder auf den Weg zurück. Zurück am Parkplatz gibt es Mittagessen und eine Möglichkeit zu duschen und sich umzuziehen. Anschließend geht es wieder mit dem Bus zurück nach San Ignacio.
Fazit
Eine wunderschöne Höhle mit uralten Relikten der Maya-Zivilisation… welche Argumente braucht es noch um die ATM Cave auf jeder Reiseroute durch Belize einzuplanen?!
Tipps
- Die Höhle gehört offiziell den Nachfahren der Maya und aktuell sind Touren in die Höhle nur im Rahmen einer bestehenden Sondergenehmigung erlaubt. Deshalb haltet euch bitte jederzeit bei einem Besuch an die Vorgaben der Guides (insbesondere das Kameraverbot – durch heruntergefallene Kameras wurden zwei Schädel beschädigt) um nicht zu riskieren, dass die Touren an diesen heiligen Ort eines Tages nicht mehr möglich sind. Keine Sorge, die Bilder innerhalb des Artikels habe ich nicht mit meiner Kamera selbst aufgenommen und mich über das Verbot hinweggesetzt, sondern habe diese so wie jeder Teilnehmer vom Anbieter im Anschluss an die Tour aus deren Bestand zugeschickt bekommen.
- Innerhalb der Höhle kann es einem mit den nassen Klamotten durchaus frisch werden; also ggf. etwas wärmer vor dem Betreten der Höhle anziehen (bspw. lange Ärmel).
Anreise
San Ignacio erreicht man entweder von Belize City aus kommend per Bus oder von der Grenze mit Guatemala aus per Taxi (10 BZD).
Von Flores aus gelangen wir noch am selben Tag unseres Tikalbesuches per Bus zur Grenze (30 Quetzales), welchem wir am Busterminal in Santa Elena besteigen (Tuk-Tuk dorthin von Flores 5 Quetzales).
Unterkunft
Die zwei Nächte in San Ignacio verbringen wir im Hi-Et Guest House. Die Unterkunft gleicht eher einem Homestay und ist sehr zentral gelegen, jedoch sehr einfach.
Aufenthalt: 09.05.2018