Kolumbien – Cartagena

Cartagena – die „Perle“ Kolumbiens

Die Stadt Cartagena liegt an der Karibikküste Kolumbiens und wird häufig auch als die „Perle“ Kolubiens bezeichnet. Die Stadt selbst zählt etwa 1 Millionen Einwohner und verteilt sich grob auf die vier Gebiete: Bocagrande (Downtown mit großer Skyline), El Centro (die sehr sehenswerte Altstadt innerhalb der Stadtmauer), das „Hippster“-Viertel Getsemaní unmittelbar vor der Stadt und der ganze Rest (aus dem Flugzeug bekommt man erst ein Gefühl für die Größe der Stadt). Das Wetter ist karibisch-schön: sonnig, mit einer guten Brise bei gut 30 Grad.

Nach meiner Ankunft im Hostel mache ich mich spontan alleine zu einer ersten Erkundung der Altstadt auf. Dort angekommen, beginne ich meine kleine Tour mit dem Blick auf den Sonnenuntergang über dem offenen Meer von der noch sehr gut erhaltenen Stadtmauer aus. Für ebendieses Vorhaben empfehle ich sehr den Mauerabschnitt rund um das Café del Mar.

Cartagena – Sonnenuntergang

Nach dem Sonnenuntergang, der an diesem Tag nicht so spektakulär ist, laufe ich einfach planlos durch die wunderschöne und toll beleuchtete Altstadt. Besonders schön sind die zahlreichen Balkone an den gut erhaltenen Häusern und die daran wachsenden Pflanzen.

Cartagena – Kathedrale bei Nacht
Cartagena – Iglesia bei Nacht

Bei der Suche nach einem Restaurant für den Abend stelle ich sehr schnell fest, dass das Preisniveau in der Stadt im Vergleich zu meinen vorherigen Stationen deutlich höher liegt. Schlussendlich kehre ich zum Abendessen ins Lokal „La Malanga“ ein und bestelle das Nudeltagesmenü mit selbstgemachten Nudeln und Meeresfrüchtesoße sowie ein Bier (45.000 COP).

Den nächsten Tag starte ich wie so oft mit einer Free Walking Tour. So sehe ich nicht nur die Stadt bei Licht, sondern verstehe auch, was ich am Abend zuvor so alles für Gebäude gesehen und fotografiert habe. Die Stadtgeschichte ist geprägt von den zahlreichen Versuchen unterschiedlicher Nationen als auch Piraten die Stadt aufgrund ihrer strategischen Bedeutung als Hafen einzunehmen (was sie teilweise auch schaften) und dem Sklavenhandel. Tagsüber ist die Stadt, vor allem wenn ein oder gar mehrere große Kreuzfahrtschiffe in der Stadt sind, meines Erachtens von Touristen überlaufen.

Cartagena – Casa
Cartagena – Balkon

Im Anschluss an die Tour gönne ich mir das sehr zu empfehlende und überraschend preiswerte Tagesmenü (Suppe plus Fisch mit Reis und einer Art Kartoffelsalat und Saft für 22.000 COP) im Restaurant „San Valentin“ in der Innenstadt.

Gut gestärkt laufe ich zur Festung „San Felipe de Barajas“, welche unmittelbar vor den Toren der Stadt liegt und bei der Verteidigung der Stadt gegen die diversen Angreifer eine große Rolle spielte (25.000 COP Eintritt; Wasser nicht vergessen).

Cartagena – Festung San Felipe de Barajas
Cartagena – Festung Kapelle
Cartagena – Festung Kanone

Auf dem Rückweg von der Festung zu meinem Hostel nutze ich die Chance mir das Viertel Getsemaní und die dort zahlreichen Streetart-Kunstwerke an verschiedenen Häusern anzuschauen.

Cartagena – Getsemaní
Cartagena – Getsemaní Calle
Cartagena – Getsemaní Street Art
Cartagena – Getsemaní Street Art

Zurück am Hostel treffe ich zufällig einen Kanadier aus meinem Hostel in Bogotá wieder, mit dem ich dort essen war. Gemeinsam mit einem Kumpel von ihm, einer Niederländischen Studentin und einer Pub-Managerin aus London gehen wir anschließend im Lokal „Kokoa“ in Getsemani essen. Das Essen (überwiegend karibisch und asiatisch; 25.000 COP) ist sehr lecker und man bekommt aufgrund der Happyhour bspw. einen Cuba Libre bereits für 10.000 COP.

Den Abend lassen wir am Plaza Trinidad, dem abendlichen, sehr lebhaften Treffpunkt der Einheimischen, Touristen und Showacts im Viertel Getsemaní ausklingen.

Cartagena- Plaza Trinidad

Um 8.30 Uhr startet am nächsten Tag meine Tour, die ich noch spontan vor dem Abendessen am Vorabend bei „Ecotours Boquilla“ gebucht habe (60.000 COP inkl. Lunch; 45.000 COP ohne Lunch). Ziel der Tour ist „El Totumo“… ein Schlammvulkan, der etwa eine Stunde außerhalb von Cartagena liegt. Zugegebenermaßen ist die ganze Tour schon recht touristisch und es sind sehr viele Besucher am Vulkan, aber wann hat man schon einmal die Chance, in einem Vulkan voller Schlamm, dem heilende Wirkungen zugesagt werden (ich habe allerdings nur sehr wenig von der heilenden Wirkung des Vulkans gemerkt; vielmehr habe ich ein paar Kratzer im Gesicht davon getragen), zu „schwimmen“? Das Schwimmen gleicht innerhalb des Schlamms allerdings eher einer Form von „schweben“ und ist ein ungewohntes aber sehr cooles Gefühl.

Cartagena – Matschvulkan „El Totumo“
Cartagena – Matschvulkan Bad
Cartagena – Matschvulkan Monster

Man sollte noch wissen, dass man bei Bedarf jeweils 4.000 COP für eine Massage im Vulkan (ganz nett; allerdings für viele Frauen wohl etwas zuviel des Guten, da nur Männer im Vulkan massieren und keine Berührungsängste zeigten), einen Kameramann (der leider meine Schlammmonster-Pose versaut hat) und einer Waschhilfe am See (die man nun wirklich nicht braucht) entrichten muss.

Nach dem Schlammbad geht es zurück in Richtung Cartagena, wobei noch für die Gäste mit gebuchten Lunch ein Stopp an einem ganz hübschen Strand nördlich der Stadt für ebendieses eingelegt wird. Zum Lunch kann aus vier Optionen gewählt werden. Ich entscheide mich an der Küste für den gegrillten Fisch, mit Reis und Bananenchips/ -talern. Mit etwas Verspätung sind wir gegen 16 Uhr zurück am Hostel.

Cartagena – Beach

Am Abend gehe ich mit den zwei Kanadiern und einem Deutschen zu dem sehr günstigen aber auch sehr leckeren kolumbianischen Restaurant „Este es el Punto“ (ggü. von Maharaja) in Getsemaní. Anschließend gönnen wir uns noch ein, zwei Bier am Plaza Trinidad, beobachten den Trubel und lassen den Abend bei einem lustigen Gespräch mit einer Reisenden aus den USA im Hostel ausklingen.

Meinen letzten vollen Tag in Cartagena und damit auch schon in Kolumbien genieße ich mit einem der beiden Kanadier, Chris, im Bomba Beach Club auf der Isla de Bocca Terre gegenüber der Skyline von Bocagrande. Den Tag im Beach Club reservierten wir einen Tag zuvor online (Bomba Beach Club) und wurden später per Whatsapp über alle nötigen Details informiert. Der Transfer zum Beach Club startet am Strand hinter dem Krankenhaus in Bocagrande (Taxi von Getsemaní dorthin kostet 8.000 COP) und dauert mit dem Boot nur etwa 10-15 Minuten. Am Beach Club selbst kann man alle vorhandenen Einrichtungen (Pool, Dusche, Toiletten, Beach Bar, Liegen, Hängematten usw.) den gesamten Tag lang bis zur spätestens Rückfahrt um 16.00 Uhr nutzen. Mit einem Preis von 75.000 COP und der darin bereits enthaltenen 25.000 COP für ein leckeres Mittagessen (ich habe erneut gegrillten Fisch gewählt), ist der Beach Club meines Erachtens eine gute, weniger überlaufende Alternative zu einem Ausflug zum Playa Blanca (Tipps zu diesem Klassiker weiter unten) mit einem herrlichen Ausblick auf die Skyline von Bocagrande.

Cartagena – Isla de Tierra Bomba Beach Club
Cartagena – Isla de Tierra Bomba Pool
Cartagena – Isla de Tierra Bomba Cuba Libre
Cartagena – Isla de Tierra Bomba Skyline
Cartagena – Isla de Tierra Bomba Beach

Nach unserer Rückkehr ins Hostel treffen wir uns mit dem anderen Kanadier zum Abendessen. Diesmal gibt es Ceviche vom Lokal/ Imbiss „El Gramo“ in Getsemaní (große, leckere Portion 24.000 COP; in der Stadt eher 40.000 COP). Ceviche ist DIE Spezialität der Stadt und ein absolutes Muss für jeden Besucher.

 

Fazit

Cartagena ist eine sehr schöne, jedoch tagsüber auch sehr volle Stadt mit zahlreichen Ausflugsmöglichkeiten und gehört wohl weiterhin insb. für jeden Fisch-/ Cevicheliebhaber auf jeden Reiseplan für Kolumbien.

 

Tipps

  • Die Innenstadt sollte man idealerweise ab dem späten Nachmittag oder erst am Abend erkunden, da sich zu dieser Zeit dort deutlich weniger Touristen aufhalten (die meisten kehren auf ihre Kreuzfahrtschiffe zurück) und viele Gebäude in der Stadt sehr schön beleuchtet werden.
  • Für Back- und Flashpacker lohnt es sich meiner Meinung nach nach einer Unterkunft außerhalb der Stadtmauern insb. in Getsemaní Ausschau zu halten. Das Viertel ist nah an der Altstadt gelegen, sicher, beherbergt die meisten Hostels, verfügt über viele Bars und günstigere Essensmöglichkeiten und ist darüber hinaus auch noch sehr sehenswert (Streetart und Plaza Trinidad).
  • Wer gerne den Playa Blanca besuchen möchte, sollte definitiv überlegen anstatt einer der vielen Touren mit dem Boot (~80.000 COP) mit dem Bus (bspw. von Manaluna 50.000 COP) dorthin zu fahren. Per Boot kann es durchaus (insb. auf dem Rückweg) ruppig werden und man hat weniger Zeit am Strand als per Busanreise… Oder man entscheidet sich gleich, so wie ich, für einen Ausflug zur Isla de Terra Bomba.
  • Überall an den umliegenden Stränden waren zu meiner Zeit viele Kite-Surfer zu sehen.
  • Als Gruppe lohnt es sich ggf. über das Mieten eines Bootes zur Erkundung der Islas del Rosario nachzudenken.
  • Ab und an liest man von einem lohnenswerten Aufstieg zum sogenannten Papsthügel. Sicherlich dürfte die Aussicht von dortoben cool sein, allerdings ist der Weg dorthin laut den Einheimischen jedoch sehr unsicher.
  • Ebenfalls empfehlenswert ist wohl ein Ausflug zu einem nahegelegenden Dorf indiger Bewohner.
  • Zudem kann man von Cartagena aus die noch zu Kolumbien gehörende Insel „San Andrés“ (liegt auf Höhe von Nicaragua) gut erreichen.

 

Anreise

Für den Weg von Baranquilla nach Cartagena nahm ich einen Bus des Unternehmens Marsol für 25.000 COP. Das Unternehmen hat seine Niederlassung in Barranquilla innerhalb der Stadt und ist somit leichter zu erreichen als das Busterminal der Stadt. Auch die Niederlassung des Unternehmens in Cartagena liegt näher an der Stadt als von den diversen Konkurrenten. So kostet von der Niederlassung in Cartagena bis ins Vietel Getsemaní bspw. eine Taxifahrt dann nur noch 8.000 COP. Das Unternehmen bietet auch Fahrten zu anderen Zielen bspw. Santa Marta an.
Wer per Flugzeug nach Cartagena anreist, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit vom Flughafen per Taxi in die Stadt fahren bzw. dahin zurückkehren (10.000 COP).

 

Unterkunft

Während meines Aufenthalts verbrachte ich vier Nächte im Hostel „El Arsenal“ im „Hippster“-Viertel Getsemani. Die Lage des Hostels ist gut, das Hostel selbst sauber und verfügt über einen kleinen Pool. Nach Möglichkeit sollte man keins der Zimmer zur dahinterliegenden Straße erwischen, da diese (besonders aufgrund des Kolumbianischen Hupp-Verhaltens) sehr laut ist und einen ohne Ohropax durchaus den Schlaf rauben kann.

 

 

Aufenthalt: 12.02. – 16.02.2018

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3 thoughts on “Kolumbien – Cartagena”

  1. Ich denke, ich spare mir den Kommentar zu den Männern ohne Berührungsängsten, deren Massage du im Schlammbad augenscheinlich sehr genossen hast und zu der anschließenden (scheinbar auch männlichen) Hilfestellung in Sachen Ganzkörperhygiene… 😉 😛

    1. 😛

      Die Hilfestellung in Sachen Ganzkörperhygiene ist weiblich und habe ich nicht in Anspruch genommen… Zu der Massagen sagen wir hier an dieser Stelle besser nichts 😉

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