Kolumbien – Barranquilla
El Carneval de Barranquilla
Die Küstenstadt Barranquilla, als mehr oder weniger reine Industriestadt mit mehr als 1,2 Millionen Einwohnern, ist nicht unbedingt ein typisches Ziel für Kolumbienreisende… außer es ist eben Karnevalszeit. Zu dieser Zeit befindet sich die Stadt im Ausnahmezustand und begrüßt zahlreiche nationale sowie internationale Gäste! Die Hauptevents der Karnevalszeit finden dabei am selben Wochenende wie bei uns zuhause statt. Dann feiern die Kolumbinaner von Samstags bis Mittwochs (wobei Samstag auf jeden Fall der Höhepunkt zu sein scheint) ausgelassen mit verschiedenen Paraden, zahlreichen Veranstaltungen auf Großbühnen oder eben in bzw. noch mehr vor bekannten Lokalitäten. Dabei gilt es für die Feiernden Temperaturen von bis zu fast 40 Grad auszuhalten.

Ich selbst erreichte meine AirBnB-Unterkunft in Barranquilla bei Norma und ihrer Freundin Diana erst nach der Hauptparade am Samstagabend. Glücklicherweise war zur selben Zeit noch ein deutsches Päarchen aus Berlin ebenfalls bei Norma und Diana zu Gast, die mich einluden, sie am Abend in die Stadt zu begleiten. Dieses Angebot nahm ich sehr dankbar an und so machten wir uns gemeinsam auf den Weg zu einer bekannten Lokalität in der Nähe. Vor Ort tantzen und feierten dir Menschen ausgelassen in und vor der Lokalität, was zahlreiche Straßenhändler zum Verkauf von Essen (vor allem Spieße) und sonstigen Gegenständen nutzten. Dabei sind vor allem zwei Dinge besonders hervorzuheben: Dosen mit Sprühschaum und Päckchen mit Maismehl, womit sich die Einheimischen und zugegebenermaßen auch viele Touristen (inkl. mir) den ganzen Abend lang mehr oder minder von oben bis unten zukleisterten.

Nach einem kurzen Abstecher zu einem Lokal in einer Nebenstraße, wo wir eine extrem lustige Begenung mit einem Einheimischen Autotuner mit Rastazöpfen hatten, der uns voller stolz im gebrochenem Englisch von seinen Werken berichtete und YouTube-Videos präsentierte, ging es für uns zurück zum Hauptlokal und etwas später dann auch zurück zu unserer Unterkunft.
Am nächsten Tag machten wir uns dann mit einer gemischten Gruppe aus Einheimischen und uns AirBnB-Gästen auf zur Hauptparade des Tages. Dort angekommen stellten die anderen recht zügig fest, dass es deutlich leerer als noch am Vortag war, wo sich Menschenmassen an die Absperrungen und auf den Tribünen versammelt hatten. Nach einer unerwartet langen Wartezeit, die uns aber von einer sehr coolen Polizeiband versüßt wurde, begann dann bei bestem Wetter und hohen Temperaturen die Parade. Die dafür zu entrichtenden Ticketpreise hat gefühlt niemand so recht verstanden (ich selbst zahlte für die eine Parade 25.000 COP; es gibt aber auch Mehrtagestickets in unterschiedlichen Kategorien).

Die Parade selbst dauert mehrere Stunden und besticht mit vielen bunten und traditionellen Kostümen sowie vielen Tänzen und selbstgespielten Rhythmen (inkl. ein paar Sambaeinlagen wie in Rio). Zudem unterscheidet sich das Wetter von unserem Karneval doch sehr deutlich!







Am Abend machten wir drei Deutschen uns zusammen mit der Mitbewohnerin von Norma und Diana und ihrem Freund (ja, zwischenzeitlich haben wir zu acht in ihrer Wohnung genächtigt) auf in die Stadt. Nach einem kurzen Stop an derselben Lokalität wie am Vorabend fuhren wir zu einem anderen Hauptevent. Das Gelände war leider bereits bei unserer Ankunft aufgrund von Überfüllung geschlossen, aber auch das macht den Kolumbianern ja bekanntlich nichts aus, sodass kurzer Hand die Straßen vor dem Gelände zur Partymeilen mit Musik teilweise aus Autoboxen werden.
Nach einem ausgiebigen Schlaf und einem sehr netten, längeren Gespräch mit meiner Gastgeberin Norma über das „normale“ Leben in Barranquilla machte ich mich dann schon auf den Weg mit dem Bus Richtung Cartagena (Marsol; 25.000 COP).
Fazit
Der Karneval in Barranquilla ist definitiv ein Erlebnis und besticht vor allem mit der ausgelassenen Stimmung in nahezu der ganzen Stadt. Nichtdestotrotz wurde die Parade meinen vielleicht zu hohen Erwartungen (es ist halt keine Sambaparade sondern traditionelle kolumbianische Rhythmen stehen im Fokus) nicht ganz gerecht. Für diejenigen, die zur passenden Zeit vor Ort sein können, sollten einen Besuch des Karnevals defintiv in Erwägung ziehen.
Ohne den Karneval lohnt sich meines Erachtens kein Besuch von Barranquilla und die Zeit kann anderswo in Kolumbien besser genutzt werden.
Tipps
- Auf jeden Fall sollte man schon am ersten Tag der Paraden in Barranquilla sein, da dass Interesse der Zuschauer mit den Tagen deutlich abnimmt.
- Zudem sollte man schauen, Kontakt zu Locals zu haben (bspw. durch Couchsurfing oder AirBnB), da es für Nicht-Locals schwierig ist, einen Überblick über die Veranstaltungen, Tickets, Orte, Zeiten usw. zu bekommen.
- Es empfiehlt sich zudem zur Karnevalszeit möglichst frühzeitig zu buchen, da die Unterkünfte usw. sehr gefragt sind und die Preise deutlich anziehen !
Anreise
Aufgrund der extrem langen Fahrtzeiten per Bus, reiste ich ebenso mit dem Flugzeug nach Barranquilla. Die Stadt selbst befand sich zum Zeitpunkt meiner Ankunft bereits im Karnevals-Ausnahmezustand. Entsprechend froh war ich, dass meine AirBnB-Gastgeberin einen Freund von sich dazu gewinnen konnte, mich vom Flughafen abzuholen und zu ihr zu bringen (40.000 COP). Der Flughafen selbst liegt recht weit außerhalb der Stadt und kann vermutlich alternativ am Besten per Taxi erreicht werden.
Unterkunft
Die zwei Nächte in Barranquilla verbrachte ich in einer AirBnB-Unterkunft von Norma und ihrer Freundin Diana. Die beiden waren super gastfreundlich, servierten leckeres Frühstück und das Zimmer war zwar nichts besonderes aber für die zwei Nächte vollkommen in Ordnung (16€ pro Nacht). Wie sich rausstellen sollte, war es von großem Vorteil, bei Einheimischen untergekommen zu sein.
Aufenthalt: 10.02.2018 – 12.02.2018
Hallo Henning, traumhafte Bilder, was Du nicht alles erlebst,
mache weiter so
Gruß Helfried
Lieber Huppi,
ich hab mich heute sehr über deine neuen Berichte und Bilder gefreut. Richtig cool, dass du überall direkt eine Feier- und Futter-Gang am Start hattest. Das ist genau das, was das Alleine-Reisen ausmacht. 🙂
Leider vermisse ich einen sehr wichtigen Beitrag auf dieser Seite. Ich habe schon mehrfach gehört, dass der sogenannte „Lachs-Tanz“ eine weitere Spezialität des kolumbianischen Karnevals sein soll. Hast du davon nichts mitbekommen?
Ich freu mich schon auf den nächsten Bericht!
Ganz viele Grüße aus der Heimat, du fehlst hier!
PS1: Bist du bald Selfie-König?
PS2: Hihihi, du hast Höhepunkt gesagt. 😉
😀 und ich musste sehr über deinen Kommentar lachen
Leider funktioniert der Upload von Videos im Moment nicht so richtig. Ich hoffe, ich bekomme, dass noch irgendwann die Tage hin 😉
Ich bin über PornHub hierher gekommen! Bitte mehr kommen weniger Vorspiele! Danke #LaraKnowsBest