Kolumbien – Medellín

Medellín

Medellin ist die Hauptstadt der Bergprovinz Antioquia, beherbergt geschätzt 2,5 Millionen Einwohner und verfügt über ein angenehmes (angeblich über das ganze Jahr hinweg mehr oder weniger konstantes) Klima. So erlebe auch ich die Stadt bei durchgehend gut 25 Grad und leichten Wolken.

Wie in Bogotá entscheide ich mich um die Stadt kennenzulernen dazu, eine Free Walking Tour mitzumachen (Real City Walking Tours). Auf der gut 4-stündigen Tour erfahren wir sehr viel über die Stadt und ihre sehr bewegte Geschichte. So galt die Stadt Medellin bis Anfang der 90er Jahre zu Hochzeiten der Drogenkartelle (insb. Pablo Escobar trieb in der Stadt sein Unwesen) als die gefährlichste Stadt des gesamten Planetens. Seit dieser Zeit hat sich die Stadt jedoch glücklicherweise für die hier lebenden Menschen in einem jahrelangen und immer noch andauernden Transformationsprozess stark gewandelt und ist deutlich sicherer geworden; auch wenn in einigen Vierteln immer noch eher Gangs als die Polizei regieren.

Bach in Medellín
Architektonisch runderneuerter Platz in der Stadtmitte Medellíns der früher Treffpunkt vieler Krimineller war
Kirch in Medellín (nebenan befinden sich der Straßenstrich und mehrere Stundenhotels)
Kaufhaus in Medellín (sollte ursprünglich als Gerichtsgebäude dienen)
Eine von vielen Statuen von Botero in der Stadt (diese steht direkt am Botero Museum)

Nach der Tour mache ich mich mit einer Gruppe von 6 Kanadischen Medizinstudenten auf den Weg zum Fußballstadion. Am Abend steigt nämlich das Rückspiel des Finales der Kolumbianischen Fußballliga zwischen der Heimmannschaft „Atlético Nacional“ und dem Rivalen aus Bogotá „Millonarios“. Die Stimmung im Stadion ist trotz der Niederlage (1-2) des Heimteams unglaublich – ein grandioses Erlebnis!

Fan-Choreografie zum Beginn der zweiten Halbzeit

Medellín Fankurve

Medellín Fangesänge

Am nächsten Tag mache ich mich gemeinsam mit einem anderen Deutschen, den ich auf dem Flug nach Medellin kennengelernt habe, auf den Weg zum „El Penol“ und dem malerischen Dorf „Guatapé“. Wir entscheiden uns gegen eine geführte Tour und reisen eigenständig an (Metro zur Station „Caribe“ (2.000 COP) und vom dortigen Terminal Norte per Bus nach „El Penol“ (13.000 COP)).

Der „El Penol“ gilt als der drittgrößte Felsen (es gibt echt für alles irgendeine Statistik) der Welt und ist der größte Felsen, den man besteigen kann (18.000 COP). Insgesamt gut 700 Stufen gilt es hinter sich zu lassen um die Aussichtplattform zu erreichen… ein anstregender aber absolut lohnenswerter Aufstieg! Oben angekommen wird man nämlich mit einem grandiosen Ausblick auf die umliegende Seenlandschaft belohnt.

Medellín – El Peñol
Aussicht vom El Peñol auf umliegende Seen
Aussicht vom El Peñol auf umliegende Seen

Nach einem leckeren Mittagessen machen wir uns mit dem Tuck-Tuck auf dem Weg anch Guatapé (4.000 COP pro Person). Zunächst erkunden wir die sehr schöne kleine Stadt, die durch ihre bunten Häuschen besticht, und besteigen anschließend einen kleinen Berg hinter der Stadt von wo aus, wir wieder einen tollen Ausblick auf „El Penol“ und die Landschaft genießen dürfen. Leider haben wir wieder kein Glück mit den Wolken beim Sonnenuntergang. Die „Wartezeit“ auf den Sonnenuntergang verkürzt ein sehr spannendes und lustiges Gespräch mit einem Franzosen, der bereits seit 4 Jahren um die Welt reist. Zurück nach Medellin fahren wir nach dem Abendessen erneut mit dem öffentlichen Bus (der letzte fährt um 19 Uhr).

Marktplatz von Guatapé
Guatapé – Rathaus
Blick auf El Peñol von Guatapé aus
Sonnenuntergang hinter El Peñol

Meinen letzten vollen Tag in der Stadt beginne ich mit einer geführten Graffiti-Tour (84.000 COP) durch die Comuna 13 im Westen der Stadt. Die Comuna 13 galt noch bis vor 3-5 Jahren als das gefährlichste Viertel Medellins und wurde stark von Konflikten zwischen Rebellen und der Regierung als auch rivalisierenden kriminellen Banden gebeutelt. So kam es vor, dass Personen nur aufgrund des Überquerens „unsichtbarer“ Grenzen innerhalb des Stadtviertels ermordert wurden.
Mithilfe staatlicher Investitionen in die Infrastruktur (insb. Transport bspw. Cable Car Bahn, elektrische Rolltreppen etc.) und dem Engagement der Bewohner der Comuna (insb. im kulturellen Bereich) hat die Comuna 13 einen unglaublich positiven Wandel erleben können. Heute ist die Comuna 13 vor allem für die zahlreichen echt beeindruckenden Graffitis bekannt.

Graffiti „Love“
Zur Verbesserung der Mobilität der Viertelbewohner gebaute Rolltreppen (ersetzen bis zu 600 von vielen Bewohner des Viertels täglich zu nehmende Treppenstufen)
Graffiti „Elefant“ (Symbol für Zusammenhalt und Gedächtnis)

Im Anschluss an die Tour fahre ich gemeinsam mit einem anderen Tourteilnehmer aus New York City  mit der Metro und dem Cable Car nach Santa Domingo in die Comuna 1 (2.000 COP) und anschließend mit einem weiteren Cable Car in den Parque Arví (5.500 COP eine Strecke). Die Aussicht auf die Stadt, die zu großen Teilen aus einfachen Backsteinhäusern besteht, ist vom Cable Car aus gigantisch und sicherlich bei Dunkelheit (man kann im Cable Car sitzen bleiben und braucht nicht aussteigen) ein Highlight. Leider passte dazu unser Timing nicht ganz.

Blick auf Medellín von der Comuna 1

Der Parque Arví liegt eine überraschend lange Fahrt von der Stadt und ersten haltestellen Santo Domingo entfernt. Ohne Guide kann man leider nur zu der sogenannten Picnic Area laufen. Der Weg dorthin führt überwiegend über eine ganz normale Straßen und bietet wenig sehenswertes. Die Picnic Area selbst bietet wiederum einen überraschend schönen Anblick.

Picnic Area im Parque Arví

Fazit

Mir gefällt Medellín mit seinem sehr angenehmen Klima und bewegten Geschichte sehr sehr gut. Für mich ein „Must-do“ auf jeder Kolumbienreise!

 

Tipps

  • (leider zu meiner Zeit durch Renovierarbeiten geschlossen) Von der Bibliothek in der Comuna 1 in der Nähe der Cable Car Haltestelle hat man bei Tag und Nacht einen tollen Ausblick auf die Stadt.
  • Zum „El Peñol“ und Guatapé auf jeden Fall wie oben beschrieben eigenständig anreisen.
  • Das Stadtviertel „El Poblado“ ist sicher, voll von Bars zu. und für Touristen bestens geeignet.
  • Leider hatte ich nicht genug Zeit: die Wanderung zu dem „Chorro de las Campanas“ (Wasserfälle) soll sich lohnen.

 

Anreise

Da die Anreise nach Medellin per Bus bis zu 10 Stunden in Anspruch nimmt, habe ich mich für einen günstigen Flug entschieden.
Der Flughafen in Medellin liegt etwas außerhalb der Stadt. Ich empfehle den sowohl für die Hin- als auch Rückfahrt den öffentlichen Flughafen-Shuttelbus zu nehmen (9.500 COP; er hält am Flughafen direkt bei der Ankunft rechts und in der Stadt sowohl an der San Diego Mall als auch dem Hotel Nutibara in Downtown Medellin).

 

 

Unterkunft

Meine Unterkunft für drei Nächte (95.000 COP) in Medellin ist das „Chillin District Hostel“ im bei Touristen sehr beliebten Stadtteil „Publado – Parque Lleras“. Das Hostel ist sauber, gemütlich (zwei kleine Außenbereiche), moderne eingerichtet und ruhig, da etwas vom Parque Lleras entfernt gelegen. Bis zur Metro-Station läuft man etwa 15 Minuten. Das Frühstück ist vollkommen in Ordnung und besteht aus zwei Toastscheiben, einem Stück Obst (Ananas oder Wassermelone) und etwas Rührei.

 

 

Aufenthalt: 07.02.2018 – 10.02.2018

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8 thoughts on “Kolumbien – Medellín”

  1. Sieht echt cool aus! Da kann man doch glatt neidisch werden, wenn man hier im kalten Deutschland sitzt…
    Weiterhin viel Spaß auf der Tour und dass du wie bisher schon viele nette Leute triffst unterwegs.

  2. Sehr schöne Berichte von dir, schreib weiter so. Wie schmeckte der Mate Tee mit Koka Blättern???!!!! Ein paar Bilder vom alltäglichen Leben von Land und Leuten wäre bestimmt auch sehr informativ.

    1. Der Tee schmeckte (für mich) wie ein recht starker schwarzer Tee…
      Werde versuchen, dass ein oder andere Bild dazu noch beizusteuern. Wollte auch noch einen Beitrag über Kolumbien allgemein und meine Beobachtungen schreiben… wenn ich mal Zeit dafür habe 😉

  3. Hallo Junge, einfach toll deine Berichte und Bilde. Könntest ja schon bald Reiseleiter werden. Habe deinen Weg
    zum Teil über Googl nochvollzogen. Weiter viel Erfolg.

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