Panama – Bocas del Toro
Bocas del Toro
Bocas del Toro ist eine Provinz – bestehend aus mehreren Inseln und einem Teil auf dem Festland – an der nördlichen Karibikküste von Panama. Reisende beziehen sich in der Regel, wenn sie von „Bocas“ sprechen, entweder auf die Hauptinsel „Isla Colón“ oder die benachbarte Insel „Isla Bastimentos“. Beide Inseln sind für schöne Strände und gute Surfbedingungen bekannt. Die Isla Colón ist zudem für die vielen Ausgeh- und Partymöglichkeiten berüchtigt (insb. an Freitagen), wohingegen die Isla Bastimentos ruhiger und urtümlicher daherkommt.
Ich selbst hatte im Vorfeld sehr unterschiedliche Berichte über Bocas gehört: Mallorca von Panama bis hin zu die schönsten Strände Panamas. Schlussendlich entscheide ich mich dazu mir ein eigenes Bild von Bocas zu machen und reise per Shuttle-Service vom Lost and Found Hostel auf die Hauptinsel Isla Colón. Dort wähle ich für zwei Nächte ein etwas vom Haupttrubel abgelegenes Hostel.

Nach dem Check-in im Hostel mache ich mich trotz des leider sehr bescheidenen Wetters auf Empfehlung eines Volunteers mit dem Fahrrad auf den Weg den Nordosten der Insel zu erkunden. Er versichert mir, dass die Strecke ohne Probleme mit dem Fahrrad binnen gut einer Stunde absolviert werden kann und nicht zu anstrengend sein sollte. Er verwies noch auf ein paar Stellen an denen ich wahrscheinlich mein Fahrrad aufgrund von zu tiefen Sand (Strand) schieben werden müsse… später stellt sich heraus, dass er selbst (und vermutlich noch niemals überhaupt jemand anderes) diese Strecke mit dem Fahrrad – ein einfacher Beach-Cruiser ohne Gänge – absolviert hat und er keine Ahnung hatte in was er mich da rein geschickt hat!
So finde ich mich wenig später mit meinem Beach-Cruiser im Regen an dem wohl abgelegensten Teil der Insel auf einer eigentlich für Quads gedachten Abenteuerstrecke wieder und kämpfe mich voran. Immerhin lerne ich auf dieses Weise die Insel so richtig kennen.



Total durchnässt und abgekämpft kehre ich kurz vor Einbruch der Dunkelheit in mein Hostel zurück, nehme eine warme Dusche, belohne mich mit gutem Essen am angeschlossenen Restaurant und falle totmüde ins Bett!
Der nächste Morgen startet leider mit reichlich Regen, sodass ich zunächst im Hostel verbleibe und das ein oder andere organisiere. Später entschließe ich mich dann dazu anstatt des geplanten Schnorchelns in der Nähe des Flughafens per öffentlichen Bus zu ein paar Stränden an der Nordwestküste der Insel zu fahren, die mir im Vorfeld mehrfach empfohlen worden sind. An der „Bushaltestelle“ treffe ich noch eine andere Deutsche Backpackerin wieder, die ich kurz davor im Lost and Found kennengelernt hatte, die sich mir spontan anschließt. Glücklicherweise nehmen wir den Bus und folgen erneut nicht der Aussage des Volunteers meines Hostels, der von einer kurzen Fahrt zum Strand mit dem Fahrrad und einer flachen Insel spricht. Beides stellt sich erneut als totaler Quatsch heraus und der Bus braucht fast eine Stunde bis zu unserem Ziel und quält sich zahlreiche Anstiege hoch!
Trotz des schlechten Wetters lohnt sich der Ausflug zu den Stränden, die vor allem auch für die zahlreichen dort befindlichen Seesterne bekannt sind. Sicherlich machen die Strände, an denen für mich etwas überraschend viel Betrieb herrscht (viele Restaurants usw.), bei gutem Wetter noch deutlich mehr her.

Abends esse ich erneut sehr gut an der Bar des Hostels und mache mich am nächsten Morgen auf den Weg nach Costa Rica, welches ich auf der Karibikseite betreten möchte.

Fazit
Ich persönlich bin hin- und hergerissen, was meinen Kurztrip nach Bocas del Toro betrifft. Als Nicht-Surfer und Nicht-Partytourist gibt es meines Erachtens lohnenswertere Ziele in Panama und Umgebung zu entdecken. Dennoch bereue ich es nicht, mir selber einen Eindruck von Bocas inkl. Fahrradabenteur gemacht zu haben und fairerweise verbringe ich auch nur zwei kurze Tage auf den Inseln bei verhältnismäßig schlechtem Wetter.
Tipps
- Für Naturliebhaber und Nicht-Partytouristen empfehle ich eine Bleibe auf der Isla Bastimentos zu wählen.
- Partytouristen werden sich in einer der zahlreichen Unterkünfte im Zentrum der Hauptinsel pudelwohl fühlen. Besonders zu empfehlen ist der jeden Freitag stattfindende stadtweite Pub-Crawl.
- Die Inseln verfügen laut Experten, der ich definitiv hierbei nicht bin, über sehr gute Surfbedingungen und vor allem viele Tubes.
- Zum Schnorcheln oder Stand-up-Paddleboard fahren empfahl mir der Volunteer meines Hostels (also lieber nochmal gegenprüfen) aufgrund der ruhigeren See die Bucht unterhalb des Flughafens.
Anreise
Vom Lost and Found Hostel aus nehme ich für $20 einen organisierten Shuttle der und bis zum Bootsanleger in Almirante bringt und auch das dort zu besteigende Taxi-Boot mit beinhaltet. Alternativ kann man um ein paar Dollar zu sparen auch versuchen mit einem öffentlichen Bus nach Almirante zu kommen (häufig sind die Busse zu voll und halten gar nicht am Hostel oder man muss die ganze Fahrt stehen), dort per Taxi zum Bootsanleger zu fahren und dann den Bootstransfer zu buchen.
Auf der Insel nehme ich ein Taxi für $3 bis zu meiner Unterkunft. Nach gut 3,5 Stunde komme ich in meinem Hostel an.
Nach Bastimentos muss man von der Hauptinsel aus dann ein weiteres Taxi-Boot nehmen.
Unterkunft
Die beiden Nächte auf der Insel verbringe ich im Hostel von „Skully‘s House“, welches außerhalb des Hauptstroms der Hauptinsel am Playa Paunch liegt. Das ganze Hostel ist im Stil eines Piratenschiffs/ -unterschlupf gehalten und noch bis auf die Küche gut in Schuss. Als Hostelgast bekommt man Rabatt an der Bar und darf den Pool unten mitbenutzen. Das Essen vor Ort ist sehr zu empfehlen und man kann zahlreiche insbesondere Quad-Touren vor Ort buchen.
Aufenthalt: 09.03.2018 – 11.03.2018